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Tagungen der GfI Autor: Heiko Brunken, 27.11.2017

 

14. Tagung der Gesellschaft für Ichthyologie in Bonn

 

Bambushaie, Säbelzahnschleimfische und die Wiederkehr der Lachse: die ganze der Welt der Fische in spannenden Vorträgen und Exkursionen

 

An die 100 Tagungsteilnehmer aus der fischkundlichen Forschung, aus Aquaristik, Fischerei und Naturschutz trafen sich vom 23. bis 26. November 2017 gfi 2017 vortrag ii foto heiko brunken 1500pixzur 14. Tagung der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. (GfI) im Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn. Im Mittelpunkt standen Themen wie Verhaltensbiologie, Ökologie und Morphologie sowie Faunistik und Systematik der Fische. So konnten sich die Teilnehmer z.B. darüber austauschen, mit welchen Tricks kleine Mollys in mexikanischen Schwefelbächen ihren Räubern entkommen, wie es um die Fortpflanzung von Stint und Finte in der Elbe bestellt ist oder dass die biologische Vielfalt der heimischen Kleinfischarten Steinbeißer und Elritze weit größer ist als bisher angenommen. Aber auch sehr spezielle Themen wie „DNA-Barcoding" oder die „Phylogenie der basalen Clupeocephala" standen auf der Tagesordnung und führten zu so manchen biologischen Aha-Erlebnissen. Zur Abrundung der Tagung bestand die Möglichkeit, sich direkt vor Ort über die Erfolge des nordrhein-westfälischen Wanderfischprogramms zu informieren. Das Team der „Stiftung Wasserlauf NRW" konnte an der Fischzählstation Buisdorf an der Sieg nicht nur lebendige Lachse und Meerforellen präsentieren, sondern auch zahlreich aufsteigende Nasen und Zährten, Arten, die viele Spezialisten sonst kaum jemals in freier Natur zu Gesicht bekommen.

Das Team um den GfI-Präsidenten Fabian Herder gelang es vortrefflich, im traditionellen Ambiente des ehrwürdigen Naturkundemuseums eine sehr angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Im großen Schauaquarium der neuen Ausstellung „Wasser - Leben im Fluss" konnten die Teilnehmer aus dem In- und Ausland zudem so manche Fischart in voller Schönheit beobachten. Eva Susanne Stinnesbeck, Isabelle Gebhardt und Elena Katharina Hauten wurden mit Preisen für die besten studentischen Beiträge ausgezeichnet. Auf der Jahresmitgliederversammlung stellte der neu gewählte Geschäftsführer Heiko Brunken die Arbeitsschwerpunkte der Gesellschaft für die kommenden Jahre vor. Um das Profil der Gesellschaft für Ichthyologie e.V. als zoologische Fachgesellschaft für Fische, Fischartenschutz und den Schutz der aquatischen Lebensräume auch weiterhin zu schärfen, und die Gesellschaft als führende Informationsplattform für Fischkunde im deutschsprachigen Raum zu etablieren, liegen so manche Arbeitspakte vor den engagierten Fischkundlern. Mit der Neuauflage des Fischartenatlas von Deutschland und Österreich, der Bewertung von invasiven Arten oder der Ausrichtung weiterer Tagungen seien hier nur einige Beispiele genannt. Wer mehr wissen möchte, kann sich über die Internetseite der Gesellschaft informieren, wo auch die Zusammenfassungen der Vorträge und Poster zum Download bereitstehen.

Das Foto zeigt einen Ausschnitt aus dem Vortrag von Philipp Richter & Timo Moritz "INSIGHTFISH - Wie farbige Fische Kunst und Wissenschaft verbinden" (Foto: Heiko Brunken).

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