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Methodik Autor: Heiko Brunken, 18. Juni 2013

 

Fischeier werden meist durch vorsichtiges Abstreifen laichreifer Weibchen gewonnen. Gelegentlich werden sie auch nach der Ablage und Befruchtung von einem Laichsubstrat entnommen. Anschließend werden sie jeweils unverzüglich in eine Fixierungslösung überführt. Diese besteht aus:

a)    2,5 % Glutaraldehyd und 4 % Formaldehyd im Verhältnis 1:1 gemischt oder
b)    4 %igem Neutralformaldehyd

Die Fixierungszeit liegt bei mehreren Tagen bis Monaten. Vielfach erfolgt eine Nachfixierung mit 1 %igem OsO4 in Phosphatpuffer.

Bei einer Reihe von Fischarten ist die Lage der Mikropyle unter der Stereolupe gut feststellbar. In diesem Fall werden die Eier mit einer scharfen Rasierklinge halbiert, dann wird die Eihülle von dem Dotter abpräpariert und nur die Kalotte mit der Mikropyle weiter verwendet. Kann die Lage der Mikropyle mit bloßem Auge oder mit der Stereolupe nicht lokalisiert werden, werden die Eier vollständig verarbeitet. Die Eihälften mit der Mikropyle oder die unzerteilten Eier werden nach der Fixation mehrmals in Phosphat- oder Veronalacetat-Puffer gewaschen, in einer aufsteigenden Alkohol- oder Acetonreihe schonend entwässert und in flüssigem Kohlenstoffdioxid Kritisch-Punkt getrocknet.

Die Eier wurden mit herkömmlichem Heißkleber oder Leitsilber auf Messing- oder Aluminiumhaltern befestigt und 20 bis 30 nm dick mit Gold besputtert. Ihre Untersuchung erfolgt mit einem Raster-Elektronenmikroskop (LEITZ AMR 1000, LEO 1430VP oder PHILIPS XL 30 ESEM) bei 10 und 30 kV.


Robert A. Patzner, Rüdiger Riehl (07.12.10)



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Riehl, R. & Schulte, E. (1978): Bestimmungsschlüssel der wichtigsten deutschen Süßwasser-Teleosteer anhand ihrer Eier. - Arch. Hydrobiol, 83(2): 200-212.


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